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Jacques Mieses – Sieben Jahrzehnte in der Schacharena | Eine Biografie

Jacques Mieses – Sieben Jahrzehnte in der Schacharena

Eine Biografie von Johannes Ulrich Geppert

Das Buch

Es ist die Geschichte einer jüdischen Familie aus Galizien, die im 19. Jahrhundert nach Leipzig kam und sich dort als Pelzhändler ein Leben aufbaute — und die Geschichte ihres begabtesten Sohnes. Jacques Mieses (1865–1954) wuchs in Leipzig auf und durchlebte fast sieben Jahrzehnte deutscher und europäischer Geschichte: Kaiserreich, zwei Weltkriege, Emigration. Sein Vater nannte ihn einen „lebhaften Windfang" — aus dem Kind wurde der letzte Romantiker des Schachs.

Mieses spielte über sechzig Jahre auf internationalem Niveau, länger als jeder andere Großmeister vor oder nach ihm. Er kreuzte die Klingen mit fünf Weltmeistern, von Steinitz bis Euwe, gewann mehr Brillanzpreise als fast jeder Zeitgenosse und organisierte das Turnier, bei dem Capablanca seinen Durchbruch feierte. Daneben schrieb er über siebzig Bücher und Publikationen und betreute ein halbes Jahrhundert lang das erfolgreichste deutschsprachige Schachlehrbuch.

Doch seine Geschichte ist mehr als eine Schachkarriere. 1938 floh der über siebzigjährige Mieses aus Nazi-Deutschland nach England — mit fünfzehn Reichsmark in der Tasche und einer Gehbehinderung, die ihn nie mehr losließ. Im Londoner Exil begann er noch einmal von vorn; 1945 feierte die englische Schachwelt seinen 80. Geburtstag.

Diese Biografie erzählt sein Leben zum ersten Mal umfassend — als Schachgeschichte, als Familien- und Emigrationsgeschichte und als ein Stück jüdischer und Leipziger Geschichte. Sie stützt sich auf bisher unveröffentlichte Briefe an Familie und Schachfreunde, auf das Familienarchiv Geppert und auf umfangreiche, bislang unausgewertete Funde aus deutschen und britischen Archiven sowie auf die systematische Auswertung historischer Schachzeitschriften aus sechs Ländern. Man muss kein Schach spielen, um ihr zu folgen: Im Mittelpunkt steht der Mensch Mieses.

Aus den Quellen

„Am 27. Februar 1865 wurde uns das erste Kind, ein Sohn geboren: Jacques (Jakob). Er entwickelte sich gut und wurde ein sehr hübscher Knabe, ein lebhafter Windfang, es hielt schwer, ihn zu erziehen."

Julius Mieses, Aufzeichnungen (Familienarchiv Geppert)

„Laskers Stil ist klares Wasser mit einem Tropfen Gift darin, der es opalisieren lässt. Capablancas Stil ist vielleicht noch klarer, aber es fehlt der Tropfen Gift."

Jacques Mieses über die Schachweltmeister (San Sebastián 1911)

"This is a glorious milestone of my life. And I here solemnly pledge to give my remaining years to the furtherance of English chess."

Jacques Mieses bei der Feier zu seinem 80. Geburtstag, London 1945

Über den Autor

Johannes Ulrich Geppert ist der Ururenkel von Marie Coelestine Mieses, der jüngsten Schwester von Jacques Mieses. Die familiäre Verbindung über fünf Generationen gab den Anstoß für dieses Buch. Das Projekt verbindet Materialien aus dem Familienarchiv Geppert, unveröffentlichte Briefe an Familie und Schachfreunde und öffentliche Quellen aus sechs Ländern. Die begleitende Forschungswebsite mieses.info dokumentiert seit 2005 Leben und Werk des Großmeisters.

Hintergrund

Wie wird aus einer Familiengeschichte ein Buchprojekt? Die Antwort führt über Familienbriefe, Familienpapiere aus Leipzig und eine Website, die Ende der neunziger Jahre als Hobby begann.

Die ganze Geschichte erzählt ein persönlicher Blogpost auf jgeppert.com.

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Eckdaten

Titel Jacques Mieses – Sieben Jahrzehnte in der Schacharena
Autor Johannes Ulrich Geppert
Sprache Deutsch
Umfang ca. 400 Seiten
Erscheint Frühjahr 2027
Enthält Endnoten, Bildteil, Turniertabellen, Bibliografie, Stammbaum

Eine englische Ausgabe ist in Vorbereitung.