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St.Petersburg 1909 | Turnierfoto Jacques Mieses

St.Petersburg 1909

Das Tschigorin-Gedenkturnier in St. Petersburg 1909 war eines der stärksten Turniere der Schachgeschichte. Vom 15. Februar bis 12. März 1909 trafen sich 19 Meister im St. Petersburger Schachklub – unter der Schirmherrschaft von Zar Nikolaus II.

Das Turnier auf einen Blick

  • Datum: 15. Februar – 12. März 1909
  • Ort: St. Petersburger Schachklub
  • Format: 19 Spieler, einfache Runde (18 Partien)
  • Anlass: Gedenkturnier für Mikhail Tschigorin
  • 1.–2. Platz: Lasker & Rubinstein (je 14½/18)
  • 3.–4. Platz: Duras & Spielmann (je 11/18)
  • Mieses: 11.–12. Platz (8½/18)
  • Partien gesamt: 175
Teilnehmer des Turniers St. Petersburg 1909

Die Turnierteilnehmer

Das berühmte Gruppenfoto zeigt die Elite der Schachwelt: Weltmeister Emanuel Lasker, der aufstrebende Akiba Rubinstein, Carl Schlechter (der ein Jahr später um die Weltmeisterschaft spielen sollte) – und mittendrin Jacques Mieses.

Postkarte von Jacques Mieses an seine Schwester Marie
Besonderes Dokument

Postkarte an Schwester Marie

Während des Turniers schickte Jacques diese Postkarte an seine Schwester Marie in Leipzig – mit den Unterschriften aller teilnehmenden Meister: Lasker, Rubinstein, Schlechter, Tartakower und viele mehr. Ein einzigartiges schachhistorisches Dokument.

Mieses' denkwürdigster Sieg

In der 5. Runde (21. Februar 1909) besiegte Mieses den hochfavorisierten Carl Schlechter mit den schwarzen Steinen – in einer Skandinavischen Verteidigung, deren Hauptvariante noch heute seinen Namen trägt.

Diese Partie bedeutete Mieses so viel, dass er sie noch 30 Jahre später Zug für Zug aus dem Gedächtnis spielen konnte – als er 1938 vor den Nationalsozialisten nach England floh.

Partie nachspielen

Die Teilnehmer

Die Favoriten:

  • Emanuel Lasker (Deutschland) – Weltmeister seit 1894
  • Akiba Rubinstein (Polen) – der „Meister der Endspiele"
  • Carl Schlechter (Österreich) – der „Gentleman des Schachs"

Weitere bekannte Meister:

  • Rudolf Spielmann – der „Meister des Königsgambits"
  • Savielly Tartakower – später berühmt für seine Bonmots
  • Richard Teichmann – „Richard V." (der Fünfte nach den Großen)
  • Amos Burn – englische Schachlegende