Mieses Jacques - Znosko Borovsky
Ostende-B, 1907, Runde 17
Eugène Znosko-Borovsky (1884–1954)
Der russische Meister Znosko-Borovsky war weit mehr als nur ein Schachspieler – er war Musik- und Theaterkritiker, Autor zahlreicher einflussreicher Schachbücher und Veteran des russisch-japanischen Krieges. In Paris, wo er ab 1920 lebte, wurde er zu einem der angesehensten Schachlehrer seiner Zeit. Seine Bücher wie „How Not to Play Chess" werden noch heute gelesen.
Turnier: Ostend 1907 (Meisterturnier) · Bedeutung: Ein klassisches Beispiel für Mieses' gefürchteten Angriffsstil in der Wiener Partie. Dieses Turnier war eines der stärksten seiner Zeit – Mieses teilte sich den 3. Platz mit Nimzowitsch.
Das Turnier
Das Meisterturnier von Ostende 1907 war mit 29 Teilnehmern das größte Rundturnier auf Spitzenniveau in der Schachgeschichte. Über sechs Wochen, vom 16. Mai bis 25. Juni, kämpften die Meister im Casino von Ostende. Mieses startete furios mit 13 Punkten aus 16 Partien und führte das Turnier lange an, bevor er in der Schlussphase einbrach. Am Ende teilte er sich dennoch den 3.–4. Platz mit Nimzowitsch, nur einen halben Punkt hinter den gemeinsamen Siegern Bernstein und Rubinstein.
Diese Partie gegen Znosko-Borovsky aus Runde 17 (7. Juni 1907) ist ein klassisches Beispiel für Mieses' gefürchteten Angriffsstil – Edward Winter nannte sie „vintageMieses“.