Lehrbuch des Schachspiels
Das Standardwerk der deutschen Schachliteratur
Der „kleine Dufresne" – so der liebevolle Spitzname dieses Werkes – hat in über 140 Jahren Generationen von Schachspielern das königliche Spiel gelehrt. Mit über 30 Auflagen und hunderttausenden verkauften Exemplaren ist es eines der erfolgreichsten Schachbücher aller Zeiten.
Lehrbuch des Schachspiels
seit 1881| Titel | Lehrbuch des Schachspiels |
|---|---|
| Spitzname | „Der kleine Dufresne" |
| Autoren | Jean Dufresne & Jacques Mieses |
| Verlag | Philipp Reclam jun. (Universal-Bibliothek) |
| Ort | Leipzig (später Stuttgart) |
| Erstausgabe | 1881 |
| Auflagen | Über 30 (31. Auflage 2004) |
| Kategorie | Umfassendes Lehrwerk |
Aufbau des Werkes
Das Buch gliedert sich in drei Hauptteile: eine ausführliche Erklärung der Grundregeln des Spiels, eine umfassende Einführung in die Eröffnungstheorie mit kommentierten Meisterpartien sowie einen Abschnitt zum Endspiel. Ergänzt wird das Ganze durch einen historischen Überblick über die wichtigsten Namen, Turniere und Wettkämpfe der Schachgeschichte.
Das verbotene Buch (1933–1945)
Nach der Machtergreifung 1933 verhinderte das Propagandaministerium unter Joseph Goebbels Neuauflagen und Vertrieb dieses Buches – Teil der systematischen „Arisierung" des deutschen Verlagswesens.
Geschichte des Werkes
Jean Dufresne (1829–1893)
Der Berliner Schachmeister und Schriftsteller Jean Dufresne verfasste die Erstausgabe 1881 für Reclams Universal-Bibliothek. Er selbst bearbeitete die Auflagen 1–6 bis zu seinem Tod 1893. Dufresne ist vor allem als Gegner Adolf Anderssens in der berühmten „Immergrünen Partie" (1852) bekannt.
Jacques Mieses übernimmt (ab 1901)
Für die 7. Auflage (1901) gewann der Verlag Jacques Mieses, der durch sein glänzendes Spiel und seinen ausgezeichneten Ruf als Schachjournalist bekannt war. Mieses betreute das Lehrbuch über fünf Jahrzehnte bis 1952 und prägte es so nachhaltig, dass es seither zu Recht unter der gemeinsamen Autorschaft „Dufresne-Mieses" erscheint.
Spätere Bearbeiter
Nach Mieses' Tod (1954) übernahm Rudolf Teschner die Bearbeitung und führte das Werk bis zur 31. Auflage (2004) fort. In der 19. Auflage steuerte auch der Berliner Meister Kurt Richter kommentierte Partien bei.
Historische Würdigung
Der Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg bezeichnete das Lehrbuch des Schachspiels 1929 in einem Brief an Paul Dirac als „das beste Buch über Schachtheorie".
Noch heute erhältlich
Das „Lehrbuch des Schachspiels" ist nach wie vor im Buchhandel erhältlich und gehört in jede gut sortierte Schachbibliothek. Es ist als Taschenbuch bei Reclam sowie antiquarisch in verschiedenen historischen Auflagen verfügbar.