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„Link With the Past" – Assiacs Nachruf auf Mieses

London, The New Statesman and Nation, 20. März 1954

Chess: Link With the Past, Nr. 233

20. März 1954
Schachspalte von Assiac mit dem Nachruf auf Jacques Mieses, The New Statesman and Nation, 20. März 1954, Seite 383 Klicken zum Vergrößern
Publikation The New Statesman and Nation
Datum 20. März 1954
Seite 383
Autor Assiac (Heinrich Fraenkel)
Sprache Englisch (Original)
Typ Nachruf in einer Schachspalte
Anlass Tod am 23. Februar 1954 in London
Der Artikel, der nicht mehr geschrieben wurde

Zwei Jahre zuvor hatte Fraenkel eine Kolumne zu Mieses' Geburtstag geschrieben und sich vorgenommen, zum neunzigsten noch einmal nachzulegen. Dazu kam es nicht: Mieses starb am 23. Februar 1954, vier Tage vor seinem 89. Geburtstag.

Was Fraenkel an ihm hervorhebt, ist nicht die Turnierbilanz, sondern die Umgangsart und der Humor – und der Umfang des publizistischen Werks, das sich über beinahe sieben Jahrzehnte erstreckte. Als Praktiker verweist er auf das Jahr 1907 mit dem Turniersieg in Wien und dem geteilten 3. Platz in Ostende.

Mit 41: Mieses – Tschigorin, Ostende 1906 Wiener Partie

Die Miniatur gegen Michail Tschigorin, gespielt am 7. Juni 1906 in der dritten Runde. Schwarz greift den Bauern f2 auf, verliert dabei die Zeit und findet gegen den Angriff kein Gegenspiel mehr.

Partiedaten und Notation
WeißMieses, Jacques
SchwarzTschigorin, Michail
AnlassOstende 1906 - Meisterturnier, Ostende, Belgien
Datum7. Juni 1906
Runde3
EröffnungWiener Partie (ECO C23)
Ergebnis1–0
QuelleThe New Statesman and Nation, 20. März 1954, S. 383 (Kolumne 'Link With the Past' Nr. 233 von Assiac)

1. e4 e5 2. Nc3 Nc6 3. Bc4 Bc5 4. Qg4 Qf6 5. Nd5 Qxf2+ 6. Kd1 Kf8 7. Nh3 Qd4 8. d3 d6 9. Qh4 Bxh3 10. Qxh3 Na5 11. Rf1 Nxc4 12. Qd7 f6 13. Nxf6 13... Qf2 14. Rxf2 Bxf2 15. Nh5 1-0

Notation in englischer Schreibweise, wie im Viewer.

Assiac beendet seinen Abdruck nach 13. Sxf6 mit „resigns"; die sonst überlieferte Fassung der Partie führt noch zwei Züge weiter.

Mit 65: Mieses – Przepiorka, Frankfurt 1930 Caro-Kann

Gespielt am 9. September 1930 im Anderssen-Jubiläumsturnier des Frankfurter Schachverbandes. Fraenkel wählt sie als Beispiel für die positionellen Bauernopfer, zu denen Mieses neigte: 14. d5 öffnet die Stellung, und der Angriff auf den festgelegten schwarzen Damenflügel entscheidet die Partie.

Partiedaten und Notation
WeißMieses, Jacques
SchwarzPrzepiorka, Dawid
AnlassAnderssen-Jubiläumsturnier – Meisterturnier, Frankfurt am Main, Deutschland
Datum9. September 1930
Runde3
EröffnungCaro-Kann-Verteidigung (ECO B15)
Ergebnis1–0
QuelleThe New Statesman and Nation, 20. März 1954, S. 383 (Kolumne 'Link With the Past' Nr. 233 von Assiac)

1. e4 c6 2. d4 d5 3. Nc3 dxe4 4. Nxe4 Nf6 5. Bd3 Nxe4 6. Bxe4 Bf5 7. Bxf5 Qa5+ 8. c3 Qxf5 9. Ne2 Nd7 10. Ng3 Qb5 11. Qc2 e6 12. a3 c5 13. c4 Qc6 14. d5 14... exd5 15. cxd5 Qxd5 16. O-O O-O-O 17. Bf4 Qc6 18. Rfd1 Be7 19. Nf5 Rhe8 20. Rd6 Qc7 21. Nxe7+ Rxe7 22. Rxd7 1-0

Notation in englischer Schreibweise, wie im Viewer.

Mit 75: eine Partie aus der London Chess League Englische Eröffnung

Mieses führt Schwarz. Nach 9. Sxf6+ nimmt er nicht mit dem Bauern zurück, sondern mit der Dame und lässt den Turm b8 stehen. Weiß greift zu und steht nach zwölf Zügen mit zwei Türmen mehr da – aber der Läufer g4 deckt das Feld e2, und gegen 12 … Df3 nebst Damenmarsch gibt es keine Deckung mehr.

Partiedaten und Notation
WeißN.N.
SchwarzMieses, Jacques
AnlassMannschaftskampf der London Chess League, London, England
EröffnungEnglische Eröffnung (ECO A25)
Ergebnis0–1
QuelleThe New Statesman and Nation, 20. März 1954, S. 383 (Kolumne 'Link With the Past' Nr. 233 von Assiac)

1. c4 e5 2. Nc3 Nc6 3. g3 Nf6 4. Bg2 Bb4 5. e3 d6 6. Nge2 Bg4 7. Qb3 Rb8 8. Nd5 Bc5 9. Nxf6+ Qxf6 10. Bxc6+ bxc6 11. Qxb8+ Ke7 12. Qxh8 Qf3 13. Kd1 Qxe2+ 14. Kc2 Qxc4+ 15. Kb1 Qd3# 0-1

Notation in englischer Schreibweise, wie im Viewer.

Gegner und Jahr nennt Assiac nicht – siehe „Offene Fragen".

Wer war Assiac?

Hinter dem Namen steht Heinrich Fraenkel (1897–1986), Publizist und Autor. In der Nacht des Reichstagsbrands verließ er Berlin, um einer bevorstehenden Verhaftung zu entgehen, und wurde in London sesshaft – fünf Jahre, bevor Mieses denselben Weg nehmen musste. Die Schachspalte des New Statesman führte er von 1949 bis 1976; die Kolumne zum Tod von Mieses trägt die laufende Nummer 233. Daneben veröffentlichte er mehrere Schachbücher.

Fraenkel gehört zu den wichtigsten Zeugen für Mieses' Londoner Jahre. Von ihm stammt auch eine der beiden überlieferten Fassungen einer bekannten Mieses-Anekdote.

Zu den Episoden

Offene Fragen

Die Partie aus der London Chess League

Assiac nennt weder den Gegner noch ein Datum, und seine beiden Zeitangaben widersprechen einander: „dreiunddreißig Jahre später" – gerechnet von Ostende 1906 – ergibt 1939, „im Alter von 75" dagegen 1940 oder 1941. Beides bleibt vorerst offen.

Die Stellung „J. Mieses 1900"

Unter den drei Löseraufgaben der Kolumne steht eine Stellung aus einer Simultanvorstellung in Liverpool: Mieses' Dame war gerade angegriffen worden, und er brachte den Gegner mit einem einzigen Zug zur Aufgabe. Die Lösung erschien erst in einer späteren Ausgabe und liegt hier nicht vor.

Quellen

  • Assiac (Heinrich Fraenkel): „Chess: Link With the Past No. 233". In: The New Statesman and Nation, 20. März 1954, S. 383.
  • Anderssen-Jubiläumsturnier des Frankfurter Schachverbandes, Frankfurt am Main, 6.–18. September 1930 (Turniertabelle).
  • Lebensdaten und Kolumnentätigkeit Heinrich Fraenkels nach dem Artikel „Heinrich Fraenkel" in der deutschsprachigen Wikipedia (abgerufen am 21. August 2026); GND 11669081X.

Aus der kommenden Biographie

Mieses' Londoner Jahre und die deutschen Emigranten um ihn – Heinrich Fraenkel unter ihnen – werden in der Mieses-Biographie von Johannes Geppert behandelt (erscheint im Frühjahr 2027).

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